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	<title>Dolmetschen &#8211; Katherina Polig</title>
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	<description>Teilhabe durch Sprache &#124; Übersetzungen, Dolmetschen und gendersensible Unternehmenskommunikation</description>
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	<title>Dolmetschen &#8211; Katherina Polig</title>
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		<title>#aufgeschnappt: to escape by the skin of one&#8217;s teeth</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Katherina Polig]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 19 Mar 2025 21:05:38 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[#aufgeschnappt]]></category>
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					<description><![CDATA[Vorgestern schnappte ich im Economist die Redewendung „to escape by the skin of one's teeth“ auf. Dass damit ein&#160;knappes Entkommen oder ein Entkommen um Haaresbreite gemeint ist, erschließt sich schnell aus dem Kontext, doch als Linguistin musste ich doch kurz recherchieren, woher der Ausdruck eigentlich kommt. Ein Artikel auf No Sweat Shakespeare gibt Auskunft: Die [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="thrv_wrapper thrv_text_element"><p data-css="tve-u-19afd153fde">Vorgestern schnappte ich im <a href="https://www.economist.com/europe/2025/03/17/ukraines-army-escapes-from-kursk-by-the-skin-of-its-teeth" target="_blank" class="" style="outline: none;">Economist</a> die Redewendung „to escape by the skin of one's teeth“ auf. Dass damit ein&nbsp;<em>knappes</em> <em>Entkommen </em>oder ein <em>Entkommen um Haaresbreite</em> gemeint ist, erschließt sich schnell aus dem Kontext, doch als Linguistin musste ich doch kurz recherchieren, woher der Ausdruck eigentlich kommt. Ein Artikel auf <a href="https://nosweatshakespeare.com/quotes/famous/by-the-skin-of-my-teeth/" target="_blank" class="" style="outline: none;">No Sweat Shakespeare</a> gibt Auskunft: Die Redewendung stammt – wie so häufig – aus der Bibel, genauer aus dem Buch Hiob, wo sie eben zur Beschreibung einer brenzligen Situation verwendet wird, der Hiob nur knapp entgehen konnte. Das Stichwort Hiob machte in meinem Kopf nun natürlich ein ganz neues Fass auf (Gibt es eigentlich auch eine schickere Übersetzung für <em>Hiobsbotschaft </em>als nur <em>bad news</em>?), doch in dieses <em>rabbit hole</em> werde ich mich heute nicht mehr begeben (aber morgen dann! <img decoding="async" role="img" class="emoji" alt="&#x1f913;" src="https://s.w.org/images/core/emoji/17.0.2/svg/1f913.svg">).</p><p><br></p><p data-css="tve-u-19afd15633d"><em>Dieser Kurzbeitrag ist Teil der Serie #aufgeschnappt, in der ich interessante Ausdrücke, die mir in meinem Alltag als Dolmetscherin und Übersetzerin begegnen, in wenigen Zeilen beleuchte.</em></p></div><div class="tcb_flag" style="display: none"></div>
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		<title>Feedback, please! Erfahrungsbericht über den Dolmetscher-für-Dolmetscher-Workshop WISE Valencia 2024</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Katherina Polig]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 05 Sep 2024 12:09:41 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Dolmetschen]]></category>
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					<description><![CDATA[Ist das Examen einmal in der Tasche, erhalten wir Dolmetscher*innen nur selten konkretes Feedback zu unserer Leistung. „Alles wunderbar, vielen Dank!“ oder „Wie machen Sie das bloß?“ sind Klassiker, die wohl jedem Dolmetscher bekannt vorkommen. Und doch wäre konstruktive Kritik gerade für uns Dolmetscherinnen so wichtig, um uns – wie ein Spitzensportler oder eine Geigerin [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="thrv_wrapper thrv_text_element"><p data-css="tve-u-19afd19b3e9">Ist das Examen einmal in der Tasche, erhalten wir Dolmetscher*innen nur selten konkretes Feedback zu unserer Leistung. „Alles wunderbar, vielen Dank!“ oder „Wie machen Sie das bloß?“ sind Klassiker, die wohl jedem Dolmetscher bekannt vorkommen. Und doch wäre konstruktive Kritik gerade für uns Dolmetscherinnen so wichtig, um uns – wie ein Spitzensportler oder eine Geigerin – ständig zu verbessern.&nbsp;</p><p>Wie unter anderem auf dem letzten <a href="https://www.dolmetscher-barcamp.de/" target="_blank" class="" style="outline: none;">Dolmetscher-Barcamp</a> 2024 in Karlsruhe bemängelt, lässt die Feedback-Kultur in unserem Berufsstand jedoch zu wünschen übrig. Genau hier setzt ein Dolmetscher-für-Dolmetscher-Workshop an, der seit über 10 Jahren Kolleginnen und Kollegen mit unterschiedlichem Erfahrungsschatz zusammenbringt: der <a href="https://wiseseminars.blogspot.com/" target="_blank" class="" style="outline: none;">WISE Interpreting Workshop</a>, ins Leben gerufen von <a href="https://www.linkedin.com/pub/joe-burbidge/22/26a/4b9" target="_blank" class="" style="outline: none;">Joe Burbidge</a>, Englisch-Dolmetscher und Dozent mit Sitz in Rom, und <a href="http://jsentamans.com/" target="_blank" class="" style="outline: none;">Jose Sentamans</a>, Spanisch-Dolmetscher aus Valencia.</p><h3 class="">Was ist WISE?</h3><p>WISE (Workshops on Interpreting Skills Exchange) ist ein intensiver einwöchiger <strong>Workshop für Konferenzdolmetscher</strong>, der jährlich in Valencia und teilweise zusätzlich in Brüssel stattfindet. In der Regel werden die „großen“ europäischen Sprachen abgedeckt, d. h. es kommen Konferenzdolmetscherinnen englischer, deutscher, französischer, spanischer und teilweise italienischer Muttersprache zusammen, um gemeinsam <strong>simultan und konsekutiv</strong> zu dolmetschen, Feedback von muttersprachlichen Zuhörern der Zielsprache einzuholen und sich auszutauschen – über hilfreiche Techniken und Dolmetschstrategien, den UN- und EU-Akkreditierungstest, Ressourcen, KI und andere Tools zur Einsatzvorbereitung und nicht zuletzt die unterschiedlichen europäischen Dolmetschmärkte.</p><p>Das Programm ist stramm organisiert: Wer mehrere C- und eine Retour-Sprache hat, ist an den meisten Tagen von morgens bis abends eingespannt. Dabei übernimmt jede teilnehmende Person eine Dreifachrolle, abwechselnd als Dolmetscherin, Rednerin oder Zuhörerin. Wer den Kolleginnen zuhört, gibt im anschließenden Debriefing ausführliches Feedback.</p></div><div class="thrv_wrapper tve_image_caption" data-css="tve-u-195a9536ee1"><span class="tve_image_frame"><img decoding="async" class="tve_image wp-image-1669" alt="Feedback-Tabelle für Dolmetscher" data-id="1669" width="649" data-init-width="720" height="567" data-init-height="629" title="Feedback" src="https://katherinapolig.de/wp-content/uploads/2025/03/Feedback.jpeg" data-width="649" data-height="567" style="aspect-ratio: auto 720 / 629;" loading="lazy" srcset="https://katherinapolig.de/wp-content/uploads/2025/03/Feedback.jpeg 720w, https://katherinapolig.de/wp-content/uploads/2025/03/Feedback-300x262.jpeg 300w" sizes="auto, (max-width: 649px) 100vw, 649px" /></span><p class="thrv_wrapper thrv-inline-text wp-caption-text">Feedback-Tabelle für Dolmetschleistungen</p></div><div class="thrv_wrapper thrv_text_element"><h3 class=""><br></h3><h3 class="">Für wen ist WISE?</h3><p>WISE ist für alle Konferenzdolmetscher*innen mit den Arbeitssprachen Deutsch, Englisch, Französisch, Spanisch und (je nach Auflage) Italienisch, die ihre Simultan- und Konsekutivleistung verbessern möchten und dazu bereit sind, sich dem kritischen (aber immer wohlwollenden) Feedback ihrer Kolleginnen und Kollegen zu stellen. Der Status (angestellt oder freiberuflich) und Erfahrungsschatz sind dabei – soweit ich die Auswahl der Teilnehmenden beurteilen kann – nicht entscheidend. In Valencia 2024 gab es EU- und UN-akkreditierte Dolmetscher aus Brüssel und Genf, Dolmetscherinnen mit jahrzehntelanger Erfahrung aus anderen Großstädten, viele Dolmetscher mit schätzungsweise 5-15 Jahren Erfahrung wie auch frisch gebackene Absolventinnen. Insgesamt also ein bunter Mix lernwilliger Dolmetscher aus nah und fern.</p></div><div class="thrv_wrapper tve_image_caption tve-image-caption-below" data-css="tve-u-195a9782a99"><span class="tve_image_frame"><img decoding="async" class="tve_image tcb-moved-image wp-image-1670" alt="Teilnehmende von WISE Valencia 2024" data-id="1670" width="649" data-init-width="1600" height="465" data-init-height="1146" title="Teil der WISE-Valencia-2024-Gruppe" src="https://katherinapolig.de/wp-content/uploads/2025/03/WhatsApp-Image-2024-07-24-at-10.08.08.jpeg" data-width="649" data-height="465" style="aspect-ratio: auto 1600 / 1146;" data-css="tve-u-195a97af8f5" loading="lazy" srcset="https://katherinapolig.de/wp-content/uploads/2025/03/WhatsApp-Image-2024-07-24-at-10.08.08.jpeg 1600w, https://katherinapolig.de/wp-content/uploads/2025/03/WhatsApp-Image-2024-07-24-at-10.08.08-300x215.jpeg 300w, https://katherinapolig.de/wp-content/uploads/2025/03/WhatsApp-Image-2024-07-24-at-10.08.08-1024x733.jpeg 1024w, https://katherinapolig.de/wp-content/uploads/2025/03/WhatsApp-Image-2024-07-24-at-10.08.08-768x550.jpeg 768w, https://katherinapolig.de/wp-content/uploads/2025/03/WhatsApp-Image-2024-07-24-at-10.08.08-1536x1100.jpeg 1536w" sizes="auto, (max-width: 649px) 100vw, 649px" /></span><p class="thrv_wrapper thrv-inline-text wp-caption-text">Teil der WISE-Valencia-2024-Gruppe in der Ciutat de les Arts i les Ciències</p></div><div class="thrv_wrapper thrv_text_element"><h3 class=""><br></h3><h3 class="">Rahmenprogramm</h3><p>Viel Zeit (und Energie!), um nach dem Dolmetschen noch die Stadt zu entdecken, blieb zwar nicht, dennoch haben wir es geschafft, wichtige Sehenswürdigkeiten wie die <a href="https://www.visitvalencia.com/de/was-machen-in-valencia/kultur-valencia/denkmaler-in-valencia/ciudad-artes-ciencias-stadt-der-kuenste-und-wissenschaften" target="_blank" class="" style="outline: none;">Ciutat de les Arts i les Ciències</a>, die Altstadt und den <a href="https://www.visitvalencia.com/de/was-machen-in-valencia/parks/parks-und-gartenanlagen/turia-park" target="_blank" class="" style="outline: none;">Jardín del Turia</a> zumindest kurz zu besuchen. Mittags ging die Gruppe immer in die tolle Kantine der nahegelegenen Medizinfakultät und abends wurde gemeinsam in abwechselnden Restaurants gegessen. Ein Highlight war am letzten Tag die gemeinsame Paella am Strand – gefolgt von herzlichen Abschiedsdrückern und Versprechen, weiterhin in Kontakt zu bleiben.</p><h3 class=""><br></h3><h3 class="">Lernen als Lebenseinstellung</h3><p>Abgesehen vom Feedback der Zuhörenden zu einzelnen Dolmetschleistungen fand ich persönlich vor allem die Herangehensweise und Leistung der UN-Dolmetscher tief beeindruckend. Sie arbeiteten extrem präzise, ohne je robotisch zu klingen. Wie sie das machten? „<em>When you interpret, you do not exist</em>“, erklärte mir ein UN-Kollege und empfahl, sich immer wieder emotionsgeladene und inspirierende Reden vorzuknüpfen und sie so lange zu wiederholen, bis man mit der eigenen Verdolmetschung zufrieden ist. Es wurde klar: Erstklassiges Dolmetschen hat weniger mit einem diffusen „Sprachtalent“, sondern viel mehr mit Disziplin und ständiger Weiterentwicklung zu tun.&nbsp;</p><p>Zweite wichtige Erkenntnis: In der Gruppe geht es leichter und macht auch noch Spaß! Beflügelt von der WISE-Erfahrung bin ich inzwischen Teil mehrerer Arbeitsgruppen gleichgesinnter Dolmetscherinnen geworden, um regelmäßig professionelles Feedback einzuholen (für ins Englische arbeitende Dolmetscher empfehle ich das <a href="https://www.theinterpretingcoach.com/about/" target="_blank" class="" style="outline: none;">Coaching mit Sophie Llewellyn-Smith</a>) und die eigene Sprach- und Dolmetschkompetenz immer weiter zu vertiefen.</p></div><div class="thrv_wrapper tcb-image-gallery tcb-has-arrows" data-type="verticalMasonry" data-click-behavior="none" data-thumbnail-size="auto" data-fullscreen-size="medium" data-crop-images="true" data-css="tve-u-195ae79cdc3" style="" data-cwv-height-m="370" data-cwv-height-t="370" data-cwv-height-d="370"><div class="tcb-image-gallery-container tve-prevent-content-edit masonry" style="position: relative; height: 379.766px;" data-masonry="{&quot;itemSelector&quot;:&quot;.thrv_wrapper.tve_image_caption&quot;,&quot;gutter&quot;:0,&quot;transitionDuration&quot;:0}"><div data-id="1675" data-caption="" data-position="1/8" data-index="0" class="thrv_wrapper tve_image_caption masonry-brick" data-selector="[data-css=&quot;tve-u-195ae79cdc3&quot;] .thrv_wrapper.tve_image_caption" style="position: absolute; left: 0px; top: 0px;">
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		<title>#aufgeschnappt: the new broom</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Katherina Polig]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 12 Jul 2024 08:42:13 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[#aufgeschnappt]]></category>
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					<description><![CDATA[In einem meiner Lieblingspodcasts, The Bottom Line von BBC Radio 4, ging es gestern um die heikle Phase eines Führungswechsels, sei es in der Politik, Wirtschaft oder sonstigen Organisationen. Wie fühlt es sich für den neuen Mann an der Spitze an, plötzlich ganz oben zu stehen? Wie kommt die neue Präsidentin gut durch die ersten [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="thrv_wrapper thrv_text_element">	<p>In einem meiner Lieblingspodcasts, <a href="https://www.bbc.co.uk/programmes/b006sz6t/episodes/downloads" target="_blank" class="" style="outline: none;">The Bottom Line</a> von BBC Radio 4, ging es gestern um die heikle Phase eines Führungswechsels, sei es in der Politik, Wirtschaft oder sonstigen Organisationen. Wie fühlt es sich für den neuen Mann an der Spitze an, plötzlich ganz oben zu stehen? Wie kommt die neue Präsidentin gut durch die ersten Tage und Wochen? Im Englischen gibt es für die Person, die das Ruder neu übernimmt und gleich eifrig anpackt, den Audruck „new broom“ – abgeleitet von der Redewendung „A new broom sweeps clean“, die wir auch im Deutschen kennen („Neue Besen kehren gut“).&nbsp;</p><p>Doch während sich „the new broom“ im Englischen auch als alleinstehender Ausdruck etabliert hat, kann man im Deutschen nicht ohne Weiteres von einer Person als „neuen Besen“ sprechen – der Gedankensprung zur Redewendung ist schlicht zu groß.</p><p>Wie lässt sich ein Satz wie „He was the new broom that they needed“ also so ins Deutsche übersetzen, dass die Zuhörenden auf Anhieb verstehen, was gemeint ist? „Der neue Besen“ klingt doch nicht sehr schmeichelnd. Besser: „Er war der neue Mann an der Spitze, der den frischen Wind brachte, den sie (so dringend) brauchten“ oder kürzer: „Er war der neue Mann an der Spitze, der den erhofften Wandel brachte“. Etwas länger als im Englischen, aber die Botschaft kommt an.</p></div><div class="thrv_audio thrv_wrapper" data-type="spotify" data-url="https://open.spotify.com/episode/6hUzYWoZGCjM6hg8NFEcqr?si=f1631cb6f55749ca">
	

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</div><div class="thrv_wrapper thrv_text_element">	<p><em>Dieser Kurzbeitrag ist Teil der Serie #aufgeschnappt, in der ich interessante Ausdrücke, die mir in meinem Alltag als Dolmetscherin und Übersetzerin begegnen, in wenigen Zeilen beleuchte.</em></p></div><div class="tcb_flag" style="display: none"></div>
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		<title>3 Gründe, warum ich das Gerichtsdolmetschen liebe</title>
		<link>https://katherinapolig.de/3-gruende-warum-ich-das-gerichtsdolmetschen-liebe/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Katherina Polig]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 25 Apr 2021 13:59:11 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Dolmetschen]]></category>
		<category><![CDATA[Persönliches]]></category>
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					<description><![CDATA[&#160; Es muss im Frühling 2011 gewesen sein, als ich zum ersten Mal eine Gerichtsverhandlung mit Dolmetscherin &#8222;live&#8220; erlebte. Ich war gerade Praktikantin in Freiburg, nur einen Steinwurf vom Amtsgericht entfernt. Meinen Master in Übersetzen und Dolmetschen hatte ich erst vor wenigen Monaten abgeschlossen und war gerade im Alles-aufsaugen-Modus. Und: Ich wollte herausfinden, auf welches [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<figure id="attachment_245" aria-describedby="caption-attachment-245" style="width: 2560px" class="wp-caption alignnone"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="wp-image-245 size-full" src="https://katherinapolig.de/wp-content/uploads/2021/04/IMG_20210325_125535_21-scaled.jpg" alt="Katherina Polig " width="2560" height="1521" srcset="https://katherinapolig.de/wp-content/uploads/2021/04/IMG_20210325_125535_21-scaled.jpg 2560w, https://katherinapolig.de/wp-content/uploads/2021/04/IMG_20210325_125535_21-300x178.jpg 300w, https://katherinapolig.de/wp-content/uploads/2021/04/IMG_20210325_125535_21-1024x608.jpg 1024w, https://katherinapolig.de/wp-content/uploads/2021/04/IMG_20210325_125535_21-768x456.jpg 768w, https://katherinapolig.de/wp-content/uploads/2021/04/IMG_20210325_125535_21-1536x912.jpg 1536w, https://katherinapolig.de/wp-content/uploads/2021/04/IMG_20210325_125535_21-2048x1217.jpg 2048w" sizes="(max-width: 2560px) 100vw, 2560px" /><figcaption id="caption-attachment-245" class="wp-caption-text">Warum das Gerichtsdolmetschen perfekt zu mir passt: Meine drei wichtigsten Gründe, warum ich das Gerichtsdolmetschen liebe.</figcaption></figure>
<p>&nbsp;</p>
<p>Es muss im Frühling 2011 gewesen sein, als ich zum ersten Mal eine Gerichtsverhandlung mit Dolmetscherin &#8222;live&#8220; erlebte. Ich war gerade Praktikantin in Freiburg, nur einen Steinwurf vom Amtsgericht entfernt. Meinen Master in Übersetzen und Dolmetschen hatte ich erst vor wenigen Monaten abgeschlossen und war gerade im Alles-aufsaugen-Modus. Und: Ich wollte herausfinden, auf welches Fachgebiet ich mich von jetzt an spezialisieren wollte, denn Übersetzer*innen gibt es für alle Branchen von Anlagenbau bis Zoologie. Im Studium konnte ich im Fach <em>Public Service Interpreting</em> schon in das Dolmetschen für Polizei und Gerichte hineinschnuppern. Das fand ich spannend, weil ich als Geisteswissenschaftlerin bisher quasi nur mit Wörtern und Texten zu tun hatte. Die Entdeckung: Als Dolmetscherin konnte ich ja mit Menschen zusammenarbeiten, wow!</p>
<p><img decoding="async" class="alignnone" src="https://media.giphy.com/media/vKHKDIdvxvN7vTAEOM/giphy.gif" alt="Beim Dolmetschen arbeitet man mit echten Menschen" width="312" height="260" /></p>
<p>Aber zurück nach Freiburg: In meinen Mittagspausen hielt ich im Eingangsbereich des Amtsgerichts immer mal wieder Ausschau nach Sitzungstermingen mit Verdolmetschung. An dem Tag hatte ich Glück: Es lief gerade eine Hauptverhandlung, bei der eine Dolmetscherin geladen war. Was ich dann beobachtete, prägt mich bis heute.</p>
<h3>Gerichtsdolmetscher*innen schützen das Menschenrecht auf ein faires Verfahren</h3>
<p>Was hat sich in dem Gerichtssaal also abgespielt? Im Saal wurden lange Schriftsätze verlesen, der Staatsanwalt meldete sich zu Wort, es wurden viele Fragen gestellt und beantwortet. Allerdings: Dem Angeklagten wurde von der Dolmetscherin nur sporadisch etwas zugeflüstert (zumindest solange ich im Saal war). Konkret bedeutete das: Der Angeklagte hatte keine Chance, der Verhandlung genau zu folgen. Das fand ich erschreckend, denn schließlich wurde ja gerade über ihn und seine Freiheit verhandelt. Unabhängig davon, was möglicherweise im Vorfeld der Verhandlung zwischen den Beteiligten besprochen wurde, erkannte ich in dem Moment, dass ich als Gerichtsdolmetscherin wirklich Menschen helfen konnte – ja sogar dazu beitragen konnte, die Menschenrechte zu schützen. Denn tatsächlich steht in <a href="https://www.coe.int/en/web/conventions/full-list/-/conventions/rms/0900001680063764">Artikel 6 der Europäischen Menschenrechtskonvention</a> geschrieben:</p>
<div>
<blockquote><p><strong>Artikel 6 – Recht auf ein faires Verfahren</strong></p>
<p>3  Jede angeklagte Person hat mindestens folgende Rechte:</p>
<p>a. innerhalb möglichst kurzer Frist in einer ihr <strong>verständlichen Sprache in allen Einzelheiten über Art und Grund der gegen sie erhobenen Beschuldigung unterrichtet zu werden</strong>;</p>
<p>[&#8230;]</p>
<p>e. unentgeltliche <strong>Unterstützung durch einen Dolmetscher zu erhalten, wenn sie die Verhandlungssprache des Gerichts nicht versteht oder spricht</strong>.</p></blockquote>
</div>
<p>Da Gerechtigkeit einer meiner wichtigsten Werte ist, hatte ich im Gerichtsdolmetschen eine Tätigkeit gefunden, die mir nicht nur lag, sondern in der ich auch einen tieferen Sinn sah. Der Gedanke, mit meiner Arbeit unmittelbar Menschen zu helfen, war und ist für mich ein wichtiger Treiber. Auch meine soziale Ader kann ich als Gerichtsdolmetscherin mit meinem sonst eher textlastigen Beruf verbinden. Denn anders als beim klassischen Konferenzdolmetschen bei internationalen Kongressen kommt man als Gerichtsdolmetscherin häufig auch mit sehr berührenden menschlichen Schicksalen in Berührung.</p>
<p>&nbsp;</p>
<figure id="attachment_243" aria-describedby="caption-attachment-243" style="width: 750px" class="wp-caption alignnone"><img decoding="async" class="wp-image-243 size-full" src="https://katherinapolig.de/wp-content/uploads/2021/04/Gerichtsdolmetschen-2-scaled-e1619355968901.jpg" alt="Buchcover des Fachbuchs Gerichtsdolmetschen von Christiane Driesen" width="750" height="503" /><figcaption id="caption-attachment-243" class="wp-caption-text">Gerichtsdolmetschen erfordert unterschiedliche Fähigkeiten: juristisches Fachwissen, verschiedene Dolmetschtechniken und Sprachkenntnisse in allen Registern. Erste Grundkenntnisse lernt man im Studium.</figcaption></figure>
<h3><strong>Beim Dolmetschen bin ich im Flow<br />
</strong></h3>
<p>Ein weiterer Grund, warum ich das Gerichtsdolmetschen liebe, sind die vielen Glückshormone! Beim Dolmetschen bin ich im Flow. Ich höre mit einem Ohr, was im Saal vorgetragen wird, verwandle in meinem Kopf alles blitzschnell ins Englische und flüstere es dem*der Angeklagten fast zeitgleich auf Englisch übersetzt ins Ohr. Die Kommunikation läuft, der*die Angeklagte kann die gesamte Verhandlung in allen Einzelheiten verfolgen. Das Recht auf eine faire Verhandlung ist – zumindest aus sprachlicher Sicht – gewahrt. Es ist genau so, wie <span data-ved="2ahUKEwia79yopZTwAhVIhv0HHcmiCx4Q2kooAjAdegQIOxAM">Mihály Csíkszentmihályi es in seinem Buch <a href="https://www.kulturkaufhaus.de/en/detail/ISBN-9780061339202/Csikszentmihalyi-Mihaly/Flow-English-edition"><em>Flow</em></a> beschreibt: </span></p>
<blockquote><p><span data-ved="2ahUKEwia79yopZTwAhVIhv0HHcmiCx4Q2kooAjAdegQIOxAM">&#8222;[Flow] </span>bezeichnet einen Zustand des Glücksgefühls, in den Menschen geraten, wenn sie gänzlich in einer Beschäftigung »aufgehen«. <strong>Entgegen ersten Erwartungen erreichen wir diesen Zustand nahezu euphorischer Stimmung meistens nicht beim Nichtstun oder im Urlaub, sondern wenn wir uns intensiv der Arbeit oder einer schwierigen Aufgabe widmen</strong>&#8220; (<a href="https://www.klett-cotta.de/buch/Ratgeber_Lebenshilfe/Flow:_Das_Geheimnis_des_Gluecks/4330">Flow: Das Geheimnis des Glücks</a>, aus dem Amerikanischen übersetzt von Annette Charpentier)</p></blockquote>
<p>Eine schwierige Aufgabe ist das Gerichtsdolmetschen allemal, aber laut <em>Flow </em>macht uns gerade das Meistern solcher Aufgaben glücklich. Für mich kann ich diese Theorie jedenfalls bestätigen <img src="https://s.w.org/images/core/emoji/17.0.2/72x72/1f642.png" alt="🙂" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /></p>
<h3>Dolmetschen ist ein Garant für Abwechslung</h3>
<p>&#8222;Variety is the spice of life&#8220;, heißt es auf Englisch so schön. Und tatsächlich: Ein dritter Grund, warum ich gerne bei Gericht (oder allgemein) dolmetsche, ist die Abwechslung, die der Job bietet. Als Dolmetscherin ist jeder Einsatz anders. Es gibt keinen &#8222;typischen&#8220; Arbeitsweg in das immergleiche Büro, keine Mittagspause im immergleichen Café oder Restaurant. An Tagen, an denen ich nicht dolmetsche, sitze ich viel im Home Office und übersetze. Das Dolmetschen führt mich hingegen in unterschiedliche Gebäude, Stadtteile, Städte und Länder, von kahlen Besuchszimmern in Justizvollzugsanstalten bis hin zu pompösen Eingangshallen in den nobelsten Stadtvierteln. Ich liebe es, mich auf die Reise zu machen und zu entdecken, was sich in und um meinen nächsten Einsatzort so abspielt. Wohin wird mich mein nächster Einsatz führen? Ich weiß es nicht, aber ich bin auf jeden Fall sehr gespannt darauf.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em>Dieser Artikel war Teil der <a href="https://www.instagram.com/explore/tags/boomboomblog/">#BoomBoomBlog-Challenge</a> von <a href="https://www.sympatexter.com">Sympatexter</a> im April 2021.</em></p>
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<h4>Sie brauchen eine Dolmetscherin für einen wichtigen Termin bei Gericht oder im Notariat, und würden lieber ENT- als GEspannt sein? Dann kontaktieren Sie mich gerne <a href="mailto:info@katherinapolig.de">hier</a>. Ich freue mich auf Sie!</h4>
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